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Die Story von “Best Exotic Marigold Hotel” ist schnell erzählt: Eine Handvoll englischer Rentner suchen einen geruhsamen Ort, um dort ihren Lebensabend zu verbringen und finden schließlich ausgerechnet in einen heruntergekommenen Hotel in Indien ihr Glück. Statt ebenerdigen Räumen mit Haltegriffen und Notfallklingeln und qualifizierten Pflegepersonal erwartet die Rentner zum einen der quirlige Junghotelier Sonny, zum anderen allerdings auch Vögel in verdreckten Zimmern. Von kaputter Einrichtung und einen verfallenen Gebäude war in der Hochglanzbroschüre, die einen luxuriösen Lebensabend zwar nicht die Rede, aber nach einigen Irrungen und Wirrungen schließen (fast) alle der sieben Engländer ihren Frieden mit Indien.
“Best Exotic Marigold Hotel” ist vollgestopft mit skurillen Situationen, die einen die Tränen vor Lachen ins Auge treiben. Es ist einfach zum schreien, wie Douglas (Bill Nighty) versucht, Evelyns (Judy Denchs) Telefon zu reparieren. Oder wie Maggie Smiths Charakter Muriel von der verbitterten Rentnerin, die eine Hüftoperation nach Indien geführt hat und das Land verabscheut eine Wandlung durchmacht und schließlich sogar die Buchhaltung des Hotels in die Hand nimmt. Die rüstigen Renter alleine haben schon so viel Charme, dass die Liebesgeschichte zwischen den jungen Sonny und seiner Freundin Sunaina in den Hintergrund rückt. Klar, an Klischees wurde nicht gespart, der Kontrast zwischen den anfangs sehr steifen Engländern und den quirligen, chaotischen Indien wirkt stellenweise zwar etwas überzeichnet, tut dem Kinospaß aber letztendlich keinen Abbruch.
Die Botschaft des Films ist einfach: es ist nie zu spät, etwas aus seinen Leben zu machen. Scheitern kann eigentlich nur, wer es erst gar nicht versucht und so finden die Charaktere ihren Seelenfrieden auf ganz unterschiedliche Weise. Das ist das schöne an “Best Exotic Marigold Hotel”: der Film lebt nicht von oberflächlichen Witzen sondern von den einzelnen Charakteren. Die tolle Besetzung, eine originelle Story, bei der auch die Hintergrundgeschichte der einzelnen Protagonisten zum tragen kommt, viel Humor, aber auch eine kräftige Prise Melancholie: “Best Exotic Marigold Hotel” ist ein toller Film, den ich wirklich nur empfehlen kann.
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Eine Reise mit den Schwiegereltern ist ja so ein Thema, für den Amerikaner Gil geht allerdings ein Traum in Erfüllung, als er gemeinsam mit seiner Verlobten Inez und deren gut betuchten Eltern in Paris Urlaub macht. Der Autor von seichten Hollywood-Drehbüchern träumt schon seit seiner Jugend davon, Paris zu besuchen, schließlich haben auch seine schreibenden Vorbilder Hemmingway und Fitzgerald dort gelebt und gearbeitet. Zunächst kann Gil den Charme der Stadt aber doch nicht so recht genießen, schließlich will seine Verlobte shoppen gehen und besteht auf gemeinsame Ausflüge mit ihrem pedantischen Bekannten. Eines Abends kann sich Gil doch von der Gruppe loseisen und macht sich leicht beschwipst auf den Rückweg zum Hotel. Es ist Mitternacht, Gil hat sich verlaufen und sitzt gedankenverloren auf einer Treppe als plötzlich eine Oldtimer-Limousine hält. Die nicht mehr ganz nüchternen Insassen fordern ihn auf, einzusteigen. Gil kann es nicht glauben, aber es scheint, als wäre er im Paris der 20er Jahre gelandet, genau diesen goldenen Zeitalter, in das er sich immer gesehnt hatte…
Midnight in Paris ist ein “Feelgood-Movie” mit betörend schönen Bildern und brilliant besetzten Charakteren. Alleine Adrien Brodys Darstellung von Dalí macht den Film schon sehenswert, auch wenn sein Part leider nur kurz ist. Owen Wilson in der Hauptrolle ist hier auch ein Glücksgriff gewesen, seine humorvolle Art sorgt für die nötige Leichtigkeit und seine Peter Pan-Attitude passt wunderbar zu seiner Rolle. Die Moral von Woody Allens Geschichte: es lohnt sich nicht, längst vergangenen Zeiten hinterher zu trauern wenn man stattdessen auch einfach im Jetzt leben kann. Zu dumm nur, dass das – so wahr es auch sein mag – leider nicht wirklich 100 %ig funktioniert. Ich zumindest wünsche mich oft in frühere Zeiten zurück, allerdings hat mich die Limousine bisher hartnäckig versetzt…
Was ein bisschen nerven könnte ist die Tatsache, dass es eben ein Liebesfilm ist. Eine Hommage an die Stadt Paris. Und ja, natüüüürlich ist Paris die allertollste Stadt der Welt und überhaupt. Ich mag Paris wirklich sehr gerne, aber manchmal ist es mir doch ein bisschen zu dick aufgetragen.Und: wenn einem Dalí, Hemmingway, Picasso oder auch die Fitzgeralds so überhaupt gar nichts sagen, dann sollte man sich den Film besser sparen. Mein Fazit also: unbedingt anschauen, wenn ihr euch für Kunst/Literatur interessiert und subtilen Witz mögt.
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Manchmal schreibt das Leben einfach die besten Geschichten, deshalb wundert es mich auch nicht, dass Filme so oft mit dem Prädikat “nach einer wahren Geschichte” beworben werden. So auch “Ziemlich beste Freunde”, ein Film, der auf der Geschichte eines schwerreichen aber leider ebenso schwerbehinderten Erben Philippe basiert. Philippe hat jeden erdenklichen Luxus, eine prächtige Villa in Paris, ein schicker Maserati vor der Türe, eine erquickliche Sammlung an Fabergé-Eiern…und ein folgenträchtiges Hobby. Seit einem Absturz beim Gleitschirmfliegen ist der Aristokrat vom Hals ab gelähmt. Eine Heerschar an Angestellten sorgt dafür, dass Philippe dennoch ein luxuriöses Leben führen kann, jedoch hält es kein Pfleger wirklich lange bei Philippe aus. Der arbeitslose Driss ist eigentlich nur wegen dem Stempel fürs Arbeitslosengeld beim Vorstellungstermin aufgetaucht, bekommt aber letztendlich wegen seiner rotzfrechen Art und seinen Humor den Job. Philippe möchte kein Mitleid, aber diese Sorge ist bei Driss ohnehin völlig unbegründet, der schwarze Pfleger aus der Pariser Banlieue wirbelt das Leben des Aristokraten gehörig durcheinander und flöst ihn neben Nahrung auch wieder neuen Lebensmut ein.
“Ziemlich beste Freunde” ist eine Geschichte fürs Herz, eindeutig. Es ist schon länger her, dass ich bei einem Film so gelacht habe, auch wenn die Grundzutaten wenig originell sind. Das Spiel der Gegensätze bewährt sich aber dann doch, die beiden Hauptdarsteller François Cluzet (Philippe) und Omar Sy (Driss) bilden eine explosive Mischung und liefern eine glaubwürdige Performance ab. Trotz des kritischen Terrain (Witze über Behinderte können sehr schnell nach hinten losgehen) wirkt “Ziemlich beste Freunde” nie albern oder gar geschmacklos. Wie der Soundtrack auch ist der Film geprägt von einen Wechselspiel aus ernsten Momenten und spritzigen, komischen Situationen. Diese Balance zu halten ist sicher nicht leicht, meiner Ansicht nach ist es den Regisseuren Olivier Nakache und Eric Toledano aber sehr gut gelungen, gerüchteweise ist ein Nachfolger auch schon in Planung.
“Ziemlich beste Freunde” ist eine charmante Komödie, die mich aber auch nachdenklich gestimmt hat. Da bleibt zum Beispiel die Frage, wie Philippes Leben wohl ohne sein großes Vermögen mit dieser Behinderung ausgesehen hätte. Vielleicht war der Kontrast zwischen den reichen Behinderten und den schwarzen Pfleger auch ein bisschen zu überzeichnet, die Klischees werden jedenfalls zur Genüge bedient. Aber: mit “Ziemlich beste Freunde” sollte wohl genauso umgegangen werden wie mit Behinderten: weniger Kopfarbeit, mehr Gefühl. Dann klappts auch mit der Lebensfreude.
Edit: Gerade gelesen und für gut befunden: fünf Prozent der Einnahmen kommen den französischen Förderverein für Schwerstbehinderte Simon de Cyrène zugute.