Jonas Jonasson – Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Ein runder Geburtstag ist schon etwas besonderes, wenn das Geburtstagskind dann auch noch 100 Jahre alt wird stehen im Seniorenheim nicht nur die Bewohner Schlange, um zu gratulieren. Presse und Bürgermeister haben sich ebenfalls angemeldet. Zu dumm nur, dass das Geburtstagskind Allan Karlsson kurz vor Beginn der Feierlichkeiten beschließt, zu türmen. Es beginnt eine abenteuerliche Odyssee durch Schweden, während der Karlsson das Land auf den Kopf stellt. Unglaublich, wie sich ein Hundertjähriger auf der Flucht durchschlagen kann, aber Karlsson hat ein leichtes Spiel, schließlich hat der rüstige Renter in seinen jüngeren Jahren die Weltgeschichte gehörig durcheinander gebracht und ist mit allen Wassern gewaschen.

Staubtrockener Humor, die unglaublichsten Begegnungen und eine Reise um die Welt und in die Vergangenheit eines Hundertjährigen – das sind die Zutaten, die Jonas Jonassons Roman zu einen Weltbestseller machten. So skeptisch ich manchen Bestsellern auch gegenüber stehe, “Der Hundertjährige” hat mein kleines Leserattenherz im Sturm erobert. Allan Karlsson ist einfach unheimlich sympathisch, und das trotz seiner…wie soll ich es ausdrücken…äußerst flexiblen Moral? Karlsson ist ein Lebenskünstler, der den vermeindlich sicheren Tod schon mehrmals tief ins Auge geblickt hat, sich dann aber aus den unmöglichsten Situationen wieder heil herausmanövriert hat.

Sicher ist bei der Handlung viel Zufall und auch Glück im Spiel und ich würde jetzt auch nicht gerade meine Hand dafür ins Feuer legen, dass alles, was Karlsson über sein Leben erzählt sich auch tatsächlich so zugetragen haben könnte. Aber das macht eben auch wieder den Charme des Romans aus. Erwähnenswert ist auch der tolle Stil von Jonasson, seine spielerische und zugleich geschliffene Sprache, die vielen Wortwitze und nicht zuletzt auch die schrägen Charaktere machen “Der Hundertjährige…” zu einem Lesevergnügen, das seinesgleichen sucht. Unbedingt lesen!

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Jonas Jonasson – Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

  1. Und noch ein Buch auf meiner Leseliste – ich glaube ich werde sie niemals abarbeiten! Dabei habe ich noch ein ganzes Regalbrett mit ungelesenen Büchern und mein Ziel ist doch: “drei lesen und dann erste in neues kaufen”, aber du führst mich immer wieder in Versuchung!
    Königsblau, oh mann, du bist ja alle so mutig! Ich bin glaube ich wirklich ein wenig langweilig, also an königsblau hätte ich niemals gedacht! Okay, also ich werde senfgelb, tannengrün (das waren andere Vorschläge) und königsblau mal zuhause probetragen, bevor ich mich damit in die Öffentlichkeit wage ;-)
    Wahrscheinlich hast du recht und ich sollte mir nicht so viele Gedanken darüber machen, ob jemand das gleiche trägt wie ich… Tendenziell achten zumindest in unseren Branchen nicht so viele Leute auf Mode, ich sollte das vielleicht wirklich mal überdenken. Und ja du hast recht, auf die Kleidung meiner Arbeitskollegen achte ich auch nicht, es ist aber auch einfach nicht wichtig für mich und damit wohl erst recht nicht für sie ;-)

    xxx Anita

  2. Pingback: Literatur im Advent – A perfect december afternoon | Buchstabenchaos

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