Monatsarchiv: März 2012

Geschützt: Ain’t no sunshine…

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Musikalischer Mittwoch: Damals…

Long, long time ago…heute geht es beim musikalischen Mittwoch im weitesten Sinne um Geburtstagssongs, das Thema ist: Welcher Song war Nummer 1 in Deutschland, als du geboren wurdest? Eine kleine Zeitreise steht also an und der Nummer 1-Song am Tag meiner Geburt beweist schon einmal ganz eindrucksvoll, das früher echt nicht alles besser war.

Ein absolut traumhafter Song, der mir eine Gänsehaut des Grauens den Rücken hinunter jagt. Geschmackssache, sicher. Meiner ist es schon mal defintiv nicht. Ein bisschen bin ich jetzt traurig, dass die Deutschen sich nicht zumindest während der Wochen um meine Geburt herum für etwas tolles entscheiden konnten. Aber…es ist nicht zu ändern. Vielleicht erwische ich ja dann an meinen Todestag irgendwann dafür was tolles auf Platz 1.

Nichtsdestotrotz bin ich jetzt mal sehr gespannt auf die anderen Nummer 1-Songs und schicke ein dickes Dankeschön an Katie für das Thema!

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Sick sad world…

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Gute Nacht, Sonntag!

Leider nicht mal ansatzweise so toll wie live.

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Mario Vargas Llosa – Tod in den Anden

Das peruanische Hochgebirge ist kein wirtlicher Ort, vor allem nicht für Korporal Lituma und seinen verträumten Gehilfen Tomás. Der eisige Wind, der über die kargen Steilhänge pfeift und drohende Erdrutsche legen den Gedanken nahe, dass sich die Natur gegen die geplante Passstraße wehrt und auch von Terrorismus und Gewalt bleibt die Region nicht verschont. Was Lituma und Tomás aber eigentlich Kopfzerbrechen bereitet ist das Verschwinden dreier Menschen. Das Misstrauen und der Aberglaube des Bergvolkes tragen natürlich auch nicht gerade zur Lösung des Rätsels bei. In einsamen Nächten erzählt Tomás seinem Vorgesetzten von seiner Geliebten Mercedes, eine Geschichte, die letztendlich beide mental am Leben hält. Schließlich, als beide an andere Einsatzorte versetzt werden sollen lichtet sich das grausige Geheimnis um die verschwundenen Menschen…

So weit also die Handlung, zu viel verraten will ich an dieser Stelle nicht, nur eines: ich kann mich nicht entscheiden, was ich von “Tod in den Anden” denn jetzt halten soll. Einerseits ist Vargas Llosas Sprache wirklich lesenswert, aber andererseits fand ich die Handlung jetzt nicht so unglaublich fesselnd. Umso mehr verwirrt es mich, dass ich “Tod in den Anden” einfach nicht weglegen konnte. Und es ist eben fraglich, inwiefern das Bild Perus, das Vargas Llosa in seinen Romanen zeichnet auch der Wirklichkeit entspricht. “Tod in den Anden” erschien 1993 nachdem der Peruaner als Präsidentschaftskandidat kandidierte und im zweiten Wahlgang schließlich unterlag. Das Bild, dass er von den indianischen Hochlandbewohnern, die er mehrheitlich als einfache Menschen darstellt mag von dieser Episode unter Umständen beeinflusst worden sein. Ich kann und will das nicht beurteilen und werde auch das drumherum deshalb weitgehend unter “Fiktion” verbuchen. Eine Fiktion, die so schneidend und atemberaubend kalt ist wie ich mir das Leben im peruanischen Hochland vorstelle. Ich bin mir nicht so sicher, ob ich mir wirklich selbst ein Bild machen will.

Mit “Tod in den Anden” ging es mir ähnlich wie beim Film “Open Water”. Beide haben absolut nichts gemeinsam, aber das Gefühl, das sie hinterlassen ist eine subtile, hinterhältige Übelkeit (“Open Water” habe ich nie zuende geschaut, das macht mein Magen einfach nicht mit.). Während es bei “Open Water” die unsäglich schaukelnde Kameraführung ist (die bei dieser Thematik eigentlich auch nicht anders zu lösen ist, muss ich fairerweise zugeben) ist es bei “Tod in den Anden” der Nerv, den Vargas Llosa bei mir trifft. Sprachlich gibt es wie gesagt nichts zu rütteln, ich denke, er hat den Literatur-Nobelpreis zu Recht erhalten. Bisher ist mir aus seinem Œuvre lediglich noch “Das böse Mädchen” bekannt, eines meiner absoluten Lieblingsbücher, aber einige andere seiner Werke warten schon im Regal auf mich. Ich denke, man muss für Vargas Llosa in Stimmung sein, was aber für mich durchaus kein Nachteil ist, selbiges gilt auch für einige meiner Lieblingsautoren. Leichte Kost ist allerdings etwas anderes.

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Come over to the dark side…

…wir haben unscharfe, verwackelte Fotos von denen eh niemand versteht, wieso sie gemacht wurden.

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Sexpanzer und Babytod: Wie wir uns manipulieren lassen

Nachdem mein letzter Versuch,  etwas populärwissenschaftliches über Psychologie zu lesen ein spektakulärer Griff ins Klo war habe ich lange gezaudert. Damals war es “Irre – Wir behandeln die Falschen” und auch dieses mal ist es wieder ein Druckerzeugnis mit reißerischem Titel geworden: “Sexpanzer und Babytod: Wie wir uns manipulieren lassen”. Ich bin also – mal wieder – manipuliert worden. Aber dieses mal bin ich froh darum und schließlich will ich mich ja auch einmal in Richtung “neue deutsche Tugenden” (Manipulation, Habgier, Eitelkeit…) weiterbilden.

“Sexpanzer und Babytod” ist das Werk von Christian Schmidt, der mach einem vielleicht schon von seiner (übrigens sehr empfehlenswerten) Website “Klopfers Web” bekannt ist. Schwarzer Humor, eine nicht zu knapp dosierte Prise Selbstironie und eine spitze Feder zeichnen ihn aus und sorgten dafür, dass ich das leider nur 148 Seiten fassende Büchlein (übrigens mein erstes “Books on Demand”-Buch) im nu durchgelesen hatte. Was mich aber wirklich überzeugt hat, ist, dass Schmidt nachvollziehbare Tatsachen mit Quellenangaben anreichert anstatt – wie leider in vielen populärwissenschaftlichen Büchern – einfach nur Behauptungen aufzustellen, die sich der Leser bestenfalls selbst ergoogeln kann. Eventuell bin ich auch hier wieder einer Manipulation erlegen, zugegebenermaßen habe ich nämlich kaum eine nicht jede Quelle geprüft. Aber aus “Sexpanzer…” habe ich ja eines gelernt: wissenschaftliche Fachsprache, möglichst verworren formuliert =>Vertrauensvorschuss beim Leser. Was sich auf eine “wissenschaftliche Studie” bezieht MUSS ja wohl richtig sein…;)

Schmidt erklärt, was Comedians mit Adolf Hitler gemeinsam haben, warum immer die anderen die schlechten Autofahrer sind und nie man selbst (ICH bin natürlich eine großartige Autofahrerin!) und klärt die Frage, ob Macht den Charakter tatsächlich verdirbt. Er bringt dem Leser das Phänomen “Pareidolie* ” näher (und ja, ich höre definitiv “Hol’ ihn, hol’ ihn unters Dach bei “Another brick in the wall”, aber ich bin ja auch die Königin der misheard lyrics), zerpflückt Statistiken und erklärt außerdem, was es mit dem Buchtitel eigentlich auf sich hat.

Zwei gravierende Fehler hat dieses Buch allerdings dann doch. 139 Seiten (+ Literaturverzeichnis) sind defintiv zu wenig und: meine Wunschliste ist jetzt um einige Bücher angewachsen. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, Schmidt hätte sich auf “irgendeinen Kerl, der halt mal was ausprobiert hat” bezogen anstatt z.B. den Herrn Zimbardo (er hat das Stanford-Prison-Experiment* durchgeführt, auf dem z.B. auch der Film “Das Experiment” basiert) aufzuführen.

* Bitte beachtet: dies ist keine wissenschaftliche Abhandlung sondern primär eine Rezension. Wer sich näher für diese Themen interessiert, den möchte ich – neben “Sexpanzer und Babytod” – den “Psychologie”-Wälzer von Zimbardo/Gerrig ans Herz legen. Eigentlich ein Fachbuch, das sich an Psychologiestudenten wendet, das aber vollgestopft mit sehr interessanten Denkanstößen ist. Ansonsten: Google ist euer Freund.

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Musikalischer Mittwoch

Dieses mal gehts beim  Musikalischen Mittwoch ans Eingemachte: Ein Song, der auf meiner Beerdigung gespielt werden soll. Kleines Problem: Ich habe nicht wirklich eine Vorstellung davon, wie meine Beerdigung aussehen soll. Ich will definitiv eingeäschert werden, soviel steht mal fest, aber ansonsten…irgendwie erscheint es mir nicht so fair, wenn ich den Ablauf einer Party bestimme, bei der ich selbst nicht teilnehmen werde weil ich schon über den Jordan bin. Was ich mir so generell wünschen würde ist, dass es tatsächlich eine Art “Party” ist. Insofern: no dresscode, und…dramatisch-schwermütige Musik wäre da eigentlich nicht so ganz passend.

Mein 16-jähriges Ich hätte einen eindeutigen Favoriten für einen Beerdigungssong gehabt:

Bitter Sweet Symphony von The Verve. Irgendwie ein Klassiker, Gänsehaut pur, aber ob es tatsächlich passend ist…das ist eben eine andere Frage. Der Punkt ist einfach, dass es keinen Song gibt, der als musikalisches Goodbye für alle Lebewesen in meinen Leben taugt. Also gibt es wieder mal eine wüste Mischung und ich bin mal so frei und werde nicht verraten, welcher Song sich an welche Personen richtet.

Unterm Strich kristallisiert sich gerade eine Tatsache heraus: ich bin einfach noch nicht fertig.

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Höllentrip Himmelstal

Eigentlich hätte es doch so schön sein können…Daniel besucht seinen Zwillingsbruder Max in der Schweizer Kurklinik Himmelstal. Hier werden vor allen Dingen Patienten mit Depressionen oder Burn Out-Syndromen behandelt. Zumindest ist das die offizielle Version. Nichtsahnend lässt Daniel sich von seinem manischen Bruder dazu überreden, für ein paar Tage die Plätze zu tauschen, damit dieser ein paar Geldangelegenheiten im Ausland abwickeln kann. Ist ja auch nichts dabei, Daniel kann die herrliche Bergwelt und die Annehmlichkeiten des Luxussanatoriums genießen und nach ein paar Tagen wäre der Zauber ja auch schon wieder vorbei. Das Verwechslungsspiel der eineiigen Zwillinge entpuppt sich für Daniel allerdings ziemlich schnell zu einem Höllentrip, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint.

“Himmelstal” hat es wirklich in sich, die Autorin Marie Hermanson hat die beschauliche Bergwelt als Schauplatz für einen -im positiven Sinne- haarsträubenden Psychothriller gewählt. Zuerst fand ich die Grundidee, Zwillingen die Identität tauschen zu lassen wenig originell. Hermanson spielt aber so raffiniert mit dem Thema Identitätswandel, das sich letztendlich nicht nur auf die Zwillinge beschränken zu scheint. Schade ist nur, dass der Kontrast zwischen den Zwillingen gar so groß ist und Daniel als “Lämmchen” in Person stellenweise etwas arg naiv und leichtgläubig rüberkommt. Hermansons klarer Schreibstil und die kurz gehaltenen Kapitel tun ein übriges, “Himmelstal” legt man nicht so leicht aus der Hand.

Mit vielen Psychothrillern – und auch mit Spannungsliteratur im Allgemeinen – geht es mir leider so, dass ich den Inhalt schnell wieder vergesse, meist schon kurz nachdem ich das Buch ausgelesen habe. “Himmelstal” ist eine wohltuende Ausnahme, die Thematik birgt einiges an Sprengstoff und regt zum Nachdenken an. Was macht einen Menschen eigentlich aus? Dürfen wir “Andersartige”/psychisch Kranke ausgrenzen und in schwer überwachte Zonen sperren? Wie weit dürfen Ärzte gehen, wo sind die ethischen Grenzen der Forschung?

Himmelstal liest sich zwar sehr flüssig, ist aber trotzdem keine leichte Kost. Besonders zart besaitete Seelen sollen sich vielleicht doch lieber für eine andere Lektüre entscheiden. Ausgiebige Splatterszenen sucht man zwar vergeblich, aber dafür ging mir “Himmelstal” mit seinen subtilen Horror umso mehr unter die Haut. Die dargestellte Szenerie ist durchaus sehr glaubhaft und denkbar.

Vielen Dank an vorablesen.de und den Insel-Verlag (Suhrkamp)!

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Das Wort zum Sonntag – Roche & Böhmermann

Einer meiner Lieblingsmenschen hat mir Roche & Böhmermann ans Herz gelegt und: ich mags! Sehr sogar. Talkshows sind normalerweise eher nicht so mein Ding, aber Roche & Böhmermann sind so schrecklich böse, provokant und dabei doch erstaunlich charmant. Auch die Retro-Optik steht dem Format sehr gut, allerdings bin ich kein großer Fan von dem Piepser, die Idee ist zwar sehr originell, aber mein Tinnitus bedankt sich…

Die Sendung vom letzten Sonntag gibt es noch in der ZDF-Mediathek. Um 22 Uhr gibt es dann Nachschub auf ZDF kultur, dieses mal sind Paula Lambert (Sex-Kolumnistin), Kim Frank (Musiker, aka “der Typ von Echt”), Thomas Friemel (Chefredakteur von enorm), Thees Uhlmann (Autor & Musiker) sowie Balian Buschbaum (Ex-Leistungssportler) dabei (zumindest laut tv today.de). Anschauen!

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