Monatsarchiv: Februar 2012

Musikalischer Mittwoch Teil V…

…oder auch: lasst uns das Tanzbein schwingen.Vielleicht nicht so, wie wir es im Tanzkurs gelernt haben, meine Erinnerungen sind jedenfalls…hmmmja. (Angeblich bin ich eine “ganz schlechte Tänzerin”, weil: ich führe. Definitiv, unbedingt und mit viel Nachdruck. Es sei denn, ER kann es, und zwar dann bitte auch wirklich gut. Aber…solche Kerle tauchen normalerweise nicht in Tanzkursen auf…)

Aber zurück zum Thema: Beim mittlerweile 5. Musikalischen Mittwoch möchte Katie nun von uns wissen, welcher Song uns auf die Tanzfläche zieht. Und ich muss gestehen, ich habe mal wieder ein Entscheidungsproblem. Es rächt sich ein bisschen, dass ich bei den früheren Teilen teilweise mehrere Songs gepostet habe, weil: eigentlich würde ich Wiederholungen gerne vermeiden. Irgendwann wird es ja auch langweilig. Trotzdem werde ich mich wohl eher nicht auf einen Song beschränken können (und erst recht nicht auf eine Musikrichtung…), schon gar nicht dieses mal. Also sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Eine der tollsten Coverversionen ever, sie weckt bei mir Erinnerungen an leider längst vergangene Zeiten, an Rolltreppen, die wir im sitzen heruntergefahren sind während die ersten Pendler ins Büro unterwegs waren.

Mangels verfügbaren Videomaterial soll es für heute dann auch mal reichen. Eigentlich würden mir da noch viel mehr einfallen, Mambo No. 5 von Lou Bega z.B., oder…Macarena! (ich konnte sogar den Tanz dazu und ja, auch wenn ich das heute noch hören sollte…) Ihr seht, das Thema ist sehr ergiebig. Ich fände es daher toll, wenn noch mehr beim Musikalischen Mittwoch mitmachen würden (Nachzügler sind jederzeit willkommen!), je mehr und je unterschiedlicher die Songs sind, desto mehr Spaß macht es doch auch! Vielen Dank jedenfalls wieder einmal an Katie für das tolle Thema!

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Ziemlich beste Freunde

Manchmal schreibt das Leben einfach die besten Geschichten, deshalb wundert es mich auch nicht, dass Filme so oft mit dem Prädikat “nach einer wahren Geschichte” beworben werden. So auch “Ziemlich beste Freunde”, ein Film, der auf der Geschichte eines schwerreichen aber leider ebenso schwerbehinderten Erben Philippe basiert. Philippe hat jeden erdenklichen Luxus, eine prächtige Villa in Paris, ein schicker Maserati vor der Türe, eine erquickliche Sammlung an Fabergé-Eiern…und ein folgenträchtiges Hobby. Seit einem Absturz beim Gleitschirmfliegen ist der Aristokrat vom Hals ab gelähmt. Eine Heerschar an Angestellten sorgt dafür, dass Philippe dennoch ein luxuriöses Leben führen kann, jedoch hält es kein Pfleger wirklich lange bei Philippe aus. Der arbeitslose Driss ist eigentlich nur wegen dem Stempel fürs Arbeitslosengeld beim Vorstellungstermin aufgetaucht, bekommt aber letztendlich wegen seiner rotzfrechen Art und seinen Humor den Job. Philippe möchte kein Mitleid, aber diese Sorge ist bei Driss ohnehin völlig unbegründet, der schwarze Pfleger aus der Pariser Banlieue wirbelt das Leben des Aristokraten gehörig durcheinander und flöst ihn neben Nahrung auch wieder neuen Lebensmut ein.

“Ziemlich beste Freunde” ist eine Geschichte fürs Herz, eindeutig. Es ist schon länger her, dass ich bei einem Film so gelacht habe, auch wenn die Grundzutaten wenig originell sind. Das Spiel der Gegensätze bewährt sich aber dann doch, die beiden Hauptdarsteller François Cluzet (Philippe) und Omar Sy (Driss) bilden eine explosive Mischung und liefern eine glaubwürdige Performance ab. Trotz des kritischen Terrain (Witze über Behinderte können sehr schnell nach hinten losgehen) wirkt “Ziemlich beste Freunde” nie albern oder gar geschmacklos. Wie der Soundtrack auch ist der Film geprägt von einen Wechselspiel aus ernsten Momenten und spritzigen, komischen Situationen. Diese Balance zu halten ist sicher nicht leicht, meiner Ansicht nach ist es den Regisseuren Olivier Nakache und Eric Toledano aber sehr gut gelungen, gerüchteweise ist ein Nachfolger auch schon in Planung.

“Ziemlich beste Freunde” ist eine charmante Komödie, die mich aber auch nachdenklich gestimmt hat. Da bleibt zum Beispiel die Frage, wie Philippes Leben wohl ohne sein großes Vermögen mit dieser Behinderung ausgesehen hätte. Vielleicht war der Kontrast zwischen den reichen Behinderten und den schwarzen Pfleger auch ein bisschen zu überzeichnet, die Klischees werden jedenfalls zur Genüge bedient. Aber: mit “Ziemlich beste Freunde” sollte wohl genauso umgegangen werden wie mit Behinderten: weniger Kopfarbeit, mehr Gefühl. Dann klappts auch mit der Lebensfreude.

Edit: Gerade gelesen und für gut befunden: fünf Prozent der Einnahmen kommen den französischen Förderverein für Schwerstbehinderte Simon de Cyrène zugute.

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Musikalischer Mittwoch IV: Inspiration!

Wie der Titel schon sagt geht es dieses mal beim musikalischen Mittwoch um Inspiration. Meine spontane Eingebung dazu ist folgender Song:

Placebo: Spite & Malice. Als ihr drittes Album Black Market Music erschien war ich bereits Fan, allerdings erwischte mich Spite & Malice erst mal auf dem falschen Fuß. Rapparts? Seriously? Das hatte ich nicht erwartet und überhaupt passte dieser Song so gar nicht zu meiner Vorstellung von Placebo. Ich fand ihn sperrig und sollte zum besseren Verständnis vielleicht erwähnen: ich mochte alles, was auch nur ansatzweise mit Rap zu tun hatte…nicht so wirklich. Aber je öfter ich ihn gehört habe, desto mehr hat er sich in meinen Gehirnwindungen eingenistet und mittlerweile ist er einer meiner liebsten Placebo-Songs.

Im Endeffekt steht er genau für die Dinge, die mich inspirieren, egal ob es nun um Musik, Kunst, Literatur…geht: Mut, etwas Unerwartetes oder auch Unpassendes zu tun, Dinge zu vermischen, die nichts miteinander zu tun haben, einfach mal alle Konventionen missachten. Und ein bisschen rebellisch sein kann ja auch nicht schaden, mir zumindest nicht. Im Endeffekt ist es gerade das, was ich an Spite & Malice zuerst garnicht mochte, was den Song für mich jetzt so besonders macht, und das finde ich sehr inspirierend.

Oh, und um das mal von vorneherein klar zu stellen: Nein, ich finde nicht, dass Gewalt eine Lösung ist bzw. dazu inspiriert werden soll, Gewalt als Lösung zu betrachten. Wohl aber denke ich, dass man den Schalk, der einem manchmal im Nacken sitzt doch auch mal ein bisschen Freiraum zugestehen lassen sollte. Der Kritiker kommt dann schon früh genug…

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Fahr zur Hölle…

Man könnte sagen, Dr. Temperance “Tempe” Brennan, forensische Antrophologin und Protagonistin in Kathy Reichs Romanen ist eine Art Duracell-Häschen unter den Ermittlern. “Fahr zur Hölle” ist mittlerweile der 14. Fall um Kathy Reichs Protagonistin, die sich zäh und ergeizig den Widrigkeiten ihres Alltags stellt. Dr. Brennan lebt und arbeitet (wie die Autorin auch) in Charlotte, North Carolina sowie am Laboratoire de Sciences Judiciaires et de Médecine Légale in Montrèal, Quebec. Tempes spektakuläre Fälle bringen sie selbst im Laufe der Ermittlungen allerdings immer wieder in Lebensgefahr. Dieses Mal beschäftigt sie ein Fall in ihrer Heimatstadt Charlotte, kurz vor dem Start des bekannten NASCAR-Autorennens taucht eine Leiche auf. In einem Fass voll Asphalt, auf einer Müllkippe, ausgerechnet neben der Rennstrecke. Die Stadt brodelt angesichts der großen Aufmerksamkeit für das Rennen ohnehin schon, klar, dass da der Druck auf die Ermittler steigt, schließlich ist eine Leiche nicht unbedingt gut für die Publicity…

Ein Freund brachte Kathy Reichs auf die Idee, das NASCAR-Rennen doch als Kulisse für einen Tempe Brennan-Fall zu verwenden. Ich weiß nicht, ob ich diesen Schachzug so glücklich finde. Kathy Reichs Romane haben mich bisher durch die messerscharf recherchierten Details und spannende Wendungen begeistert. Dieses Mal hält sich meine Begeisterung in Grenzen, das Setting finde ich -trotz ausführlicher Recherche und vieler eingebrachter Details- nach wie vor mäßig gut, außerdem verstrickt sich Reichs in einer Vielzahl an Charakteren. Wie auch im angehängten Interview beschrieben enthält “Fahr zur Hölle” 3 Handlungsstränge. Zum einen geht es natürlich um die Leiche im Fass, dann kommt in den 90er-Jahren spurlos verschwundenes Liebespärchen ins Spiel. Der Verdacht verhärtet sich, dass beide Fälle etwas miteinander zu tun haben. Und schließlich ist da noch Tempes Liebesleben…

Unterm Strich liest sich “Fahr zur Hölle” recht süffig, allerdings fehlt mir die große Spannung aus den früheren Fällen um Temperance Brennan. Tempes Liebesleben trägt dieses mal -trotz einer neuen Flamme, dem Ex-Polizist und Sicherheitschef des Rennens – nur wenig zur Würze bei. Eine Prise eines ernsthafteren Themas, der US-amerikanischen Rechtsextremismus reißt es dann auch nicht mehr heraus und “Fahr zur Hölle” bleibt leider weit hinter Tempes anderen Fällen zurück. Auch Einsteiger in die Reihe können diesen Fall bedenkenlos lesen, Kathy Reichs geht -für meinen Geschmack schon fast zu ausführlich- auf Tempes Vergangenheit ein.

Eines muss ich Kathy Reichs aber lassen: ihre Romane sind stets akribisch recherchiert und glaubwürdig, was auch daran liegen mag, dass sie grundsätzlich nur Schauplätze auswählt, die sie selbst sehr gut kennt und ihre Arbeit ihr jede Menge Stoff für Geschichten liefert. Die Vermutung, dass Tempe Brennan Kathy Reichs Alter Ego ist liegt nahe, wird von der Autorin aber strikt zurückgewiesen. Im Interview erzählt Reichs auch von ihrer Arbeit am Drehbuch zur Serie “Bones”, die auf den Romanen um Dr. Temperance Brennan basiert. Durch das Interview mit der Autorin erhält man interessante Einblicke in deren Leben und…ich bedauere gerade ein bisschen, dass mein eigener Job zwar jede Menge Anekdoten für “Clients from hell” liefert, für einen Thriller aber dann doch nicht reicht. Aber das ist ein anderes Thema…

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Sicherheit ist eine Illusion…

2008, irgendwo in München. Leider ist mir der Schöpfer dieses Warnhinweises an einer Klotüre nicht bekannt, aber: chapeau!

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Somebody that I used to know…

Da werden Erinnerungen an meinen ersten – und bisher einzigen – ernstzunehmenden Versuch, Gitarre zu spielen wach. 1998 oder so. Die Zutaten: ein verlassener Stall auf einem Bauernhof, eine gute Freundin, ihre Gitarre und ein Dacapo-Songbook. Ihre Gitarrenkünste waren eher rudimentär, meine dagegen nicht vorhanden. Also haben wir “Lady in Red” gespielt, der Song kommt nämlich dankenswerterweise mit nur 2 Akkorden aus. Piece of cake wenn man sowieso zu zweit ist…

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Musikalischer Mittwoch, Teil 3

…und weiter geht es mit dem musikalischen Mittwoch, in Woche 3 ist das Thema: “Ein Song, der dich zum weinen bringt”. Das Thema ist ebenso interessant wie auch schwierig, mir zumindest geht es so, dass es weniger der Song ist, der mich zum weinen bringt sondern das, was ich damit verbinde. Aber andererseits gibt es auch Songs, die so kraftvoll und berührend sind, dass ich davon eine Gänsehaut bekomme. Einer dieser Songs ist eindeutig Johnny Cash’s Version von “Hurt”.

Bei Hurt ist es mehr die Johnny Cash’s Stimme und die Art und Weise, wie er den Song interpretiert. Und eben auch das Video. Aber ein persönliches Erlebnis, das mich traurig macht verbinde ich mit diesen Song nicht. Da wäre eher Bush’s “Letting the cables sleep” ein Kandidat:

Letting the cables sleep hat mir zumindest ein bisschen geholfen, eine böse Trennung zu verarbeiten. Das ist mittlerweile viele viele Jahre her und böses Blut gibt es zumindest von meiner Seite her keines mehr, aber trotzdem muss ich mir immer noch auf die Lippen beißen wenn ich diesen Song höre. Es macht mich einfach so traurig, dass geliebte Menschen einfach so…verschwinden. Oder eben Seiten zeigen, die man von ihnen nie erwartet hätte. Adele kann das nur wesentlich besser ausdrücken als ich…

Eigentlich gibt es noch so viele andere tolle traurige Songs, die es auch wert wären, vorgestellt zu werden. Moby’s “Why does my heart feel so bad?” fällt mir zum Beispiel ein. Oder “Rain” von den Guano Apes. Oder: “Summer of 69″ von Bryan Adams. Ja, das ist genau der Song, zu dem Leute auf diversen Festen immer auf den Tischen tanzen, aber mich macht er zugleich furchtbar traurig. “Those were the best days of my life” ist zwar positiv gemeint, aber mich macht diese Zeile nachdenklich und schließlich traurig. Immer wieder interessant, wie unterschiedlich Musik auf Menschen (mir widerstrebt es eigentlich, die Aussage auf Menschen einzuschränken, aber der Einfachheit halber…) Lebewesen wirkt…

So, und jetzt…bin ich traurig…

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Mit Speck fängt man Mäuse…

…und mit einem tollen, geschrumpften Minihardcover (mit Lesebändchen!!!) Leseratten. Ich will mehr davon!

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[verspäteter] Musikalischer Mittwoch: Living’s much to easy…

…and dying would be some kind of bore…oh, schon wieder Samstag, und ich hab’ den musikalischen Mittwoch verpennt. Dieses mal geht es um gute Laune-Songs. Bei vielen Musik-Fragen muss ich erst mal lange grübeln und kann mich dann immer noch nicht entscheiden, aber heute habe ich einen eindeutigen Favoriten:

Wer hier keine gute Laune bekommt…den kann ich dann leider auch  nicht mehr helfen. Ich jedenfalls liebe diesen Song und muss mich immer bremsen, tanzen ist nicht so die beste Idee, wenn man noch mit den Nachwehen von ‘nem Beinahe-Bänderriss zu kämpfen hat. Aber das soll mir mal nicht die Laune verderben! Danke an Pitimini für das tolle Thema!

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Colin Cotterill – Thirty-three teeth

Gerade lese ich: Colin Cotterill – Thirty-three teeth, ein bisher wunderwunderwundervolles Buch, dass ich von einen besonders tollen Menschen (mitsamt passenden Lesezeichen!) bekommen habe. Die deutsche Version heißt “Dr. Siri sieht Gespenster”, es handelt sich um den 2. Teil der Dr. Siri Paiboun-Serie (eine Serie, eine Serie!!!!! Aaaaaaaaaaah! Gerade ist meine to-buy-Liste um mindestens sechs weitere Bücher angewachsen…).

Nun, manchen Ermittlern kann ich einfach nicht widerstehen, und in diesem Fall scheint es sich um eine besonders schillernde Persönlichkeit zu handeln. Dr. Siri Paiboun ist der einzige Leichenbeschauer Laos und ist diesmal einen entlaufenen Bären in Vientiane auf der Spur.

Manchmal geht es mir so, dass ich einem Autor schon nach ein paar Zeilen verfallen bin. Zwei oder drei Sätze, und es ist dann um mich geschehen. Colin Cotterill könnte so ein Fall sein. In seinen Dialogen habe ich jetzt schon ein paar echte Perlen gefunden, und ich bin erst auf Seite 40. Sehr vielversprechend, ich bin mal gespannt, wie sich die Story auf den nächsten 218 Seiten entwickeln wird…

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