Streets of London – Welcome to street art paradise!

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London calling…

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Bevor es mich für ein paar Tage in den Süden zieht zeige ich euch noch schnell ein paar Impressionen aus London. Ich hoffe, das wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein, so eine tolle Stadt und leider so wenig Zeit. Aber so ist es doch immer…

 

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Back from the UK…Part 1: Oxford

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Steve Tesich – Abspann

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Saul Karoo ist ein extrem erfolgreicher “scriptdoktor”, der Mann also, der in Hollywood missglückte Filmskripts rettet. Leider bezieht sich sein Talent, den Plot zu retten und selbst in hoffnungslosen Fällen einen roten Faden zu finden nur auf sein berufliches Schaffen, sein Privatleben ist in einem verheerenden Zustand. Seit Jahren schon lebt der kettenrauchende Alkoholiker nicht ganz in Scheidung mit seiner Beinahe-Exfrau Dianah und für seinen Adoptivsohn Billy bringt er nur in der Öffentlichkeit scheinbar echte Vatergefühle auf. Neben seinen zahlreichen anderen “Krankheiten” quält ihn vor allen Dingen eines: er kann sich nicht mehr wie früher in die Trunkenheit flüchten. Egal wie viel er trinkt, das Endergebnis ist nur, dass der sein Blick immer klarer wird. Als “Doc Karoo” schließlich den Auftrag bekommt, das letzte Werk der von ihm vergötterten Regie-Ikone Arthur Houseman umzuschreiben gerät sein Leben endgültig ins Wanken…

“Ein heutiger Dante, denke ich, würde sich einen neuen Höllenkreis ausdenken, und zwar das Kofferkarrussell. Und dort, während es sich dreht, würden die Verurteilten und Verdammten dazu verurteilt und verdammt sein, in alle Ewigkeit auf ihre Koffer zu warten, die nie kommen.”

Mit Abspann ist Steve Tesich ein episches Drama in der glitzernden Kulisse des Haifischbeckens Hollywood gelungen. Tesich selbst war lange als Drehbuchschreiber sehr erfolgreich und wurde sogar mit einem Oscar für das Drehbuch von “Breaking Away” ausgezeichnet bevor er 1996 im Alter von 53 Jahren starb. Neben seinen eigenen Erfahrungen im Business überzeugt Tesich durch sein tiefes Verständnis für seine Charaktere und staubtrockenen Humor. Tesich schafft es, beim Leser Mitgefühl für den eigentlich abgrundtief unsympathischen Protagonisten zu wecken. Sicher, Saul ist mit seiner chronischen Angst vor Intimität kein Charakter, der es einem leicht macht, aber durch seine ironische Sichtweise auf das Leben nimmt er sich selbst auf die Schippe.

“Wenn ich ein Irrer bin, was sehr wohl sein kann, dann bin ich eine Art neuer, verbesserter Irrer, mit einem neuen und verbesserten Irresein, das mir fortwährend erlaubt, mit mir selbst ins reine zu kommen.”

Abspann ist ein bitterböser, zynischer Roman, der den Leser auf eine Achterbahnfahrt durch alle möglichen menschlichen Emotionen mitnimmt und durch Tesichs Humor und seinen ausgefeilten Stil besticht. Wirklich schade, dass es neben “Ein letzter Sommer” keine weiteren Romane von Steve Tesich gibt, ich hätte gerne noch mehr von diesem herausragenden Autor gelesen.

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Ian McEwan – Liebeswahn

Liebeswahn

Es hätte ein herrlicher Tag werden können, Joe und seine Frau Clarissa sitzen in den Chiltern Hills und wollen ihr Wiedersehen gerade mit einem Picknick feiern, als ein Schrei die Idylle zerstört. Ganz in der Nähe kämpft ein Mann verzweifelt damit, einen Ballon mit einem Kind an Bord am Boden zu befestigen, jedoch macht ihm der Wind einen Strich durch die Rechnung. Der Ballon reißt sich los und droht, mitsamt dem kleinen Passagier davon zu wehen. Durch die Schreie aufmerksam geworden laufen einige Helfer auf den Ballon zu, und tatsächlich sieht es zuerst danach aus, als ob die fünf den Kampf gegen den Wind gewinnen könnten. Ein erneuter Windstoß, einer der Helfer lässt los, dann der nächste…und schließlich fliegt der Ballon mit dem letzten Helfer, den Arzt John Logan davon. Die entsetzten Männer werden schließlich Augenzeugen, wie der entkräftete Mann sich nicht mehr halten kann und in die Tiefe stürzt. Jed Parry, einer der Helfer folgt Joe schließlich zur Absturzstelle…

Und ich lebe noch. Es war Zufall, wer in jedem beliebigen Augenblick am Leben war und wer tot. Zufällig war ich am Leben.

Ian McEwan erzählt virtuos aus Sicht des Wissenschaftsjournalisten Joe, der nach dem tragischen Zwischenfall zunächst von Schuldgefühlen und schließlich auch von Jed Parry bedrängt und verfolgt wird. Schon die erste Szene brennt sich ins Gedächtnis und würde schon ohne den liebeskranken Stalker eine Romanhandlung tragen. Die Frage nach der Schuld, die Frage danach, wer zuerst losgelassen hat fesselt den Leser und quält Joe durch die erste Nacht, die schließlich mit Parrys ersten Anruf und dem folgenden Liebesgeständnis der Auftakt zur eigentlichen Tragödie ist.

Konflikte hatten, wie Organismen, eine natürliche Lebensdauer. Das Kunststück bestand darin, zu wissen, wann man sie sterben lassen mußte.

“Liebeswahn” erzählt den Kampf um die Liebe, wobei McEwan virtuos zwischen den “Kriegsschauplätzen” springt. Jed, der vermutlich unter dem Clérambault-Syndrom leidet, stellt dem Objekt seiner Begierde nach und treibt damit einen Keil zwischen Joe und Clarissa, die schließlich um ihre Liebe kämpfen müssen. Clarissa empfindet Joes Sorgen als paranoid, Joe fühlt sich von Clarissa unverstanden und im Stich gelassen während Parry sich nicht abschütteln lässt und schließlich zu verzweifelten Mitteln greift. Am Tag des Unfalls wurde ein Netz gesponnen, dass sich immer enger um Joe zuzieht. Um sein Gewissen zu beruhigen und einen Schlussstrich unter die Sache ziehen zu können entschließt sich Joe schließlich, die Witwe von John Logan zu besuchen. Ein Besuch, der ihn nur noch tiefer in einen Strudel aus Verzweiflung zieht und der eine erneute Kontaktaufnahme mit den verbleibenden Helfern nötig macht.

Es kommt nicht so oft vor, dass mich ein Buch tief berührt, dass wirklich etwas “bleibt” und ich auch lange nachdem ich die letzten Seiten gelesen habe noch oft daran denken muss. Ian McEwan hat das mit “Liebeswahn” geschafft. Die minutiös erzählte Handlung ist unglaublich fesselnd, McEwan schreibt sprachlich brilliant davon, wie ein paar Sekunden über den Fortgang unseres Lebens entscheiden können. Unwillkürlich lässt man sein eigenes Leben Revue passieren und fragt sich, was wohl passiert wäre, wenn…ein sehr beeindruckender, gut recherchierter Roman!

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Cloudporn

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Es gibt doch nichts schöneres als Wolken, oder? Ich zumindest könnte Stunden damit verbringen, einfach nur den Himmel zu fotografieren. Sonnenuntergang…ja, ganz nett, aber im Grunde genommen wäre das ja alles nicht so toll, gäbe es keine Wolken. Meinetwegen können sie gerne noch eine Weile bleiben. Sie müssen ja keinen Schnee mehr bringen! ;)

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Sean B. Carroll – Die Darwin-DNA

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Die DNA-Analyse ist längst ein anerkanntes Mittel zur Ermittlung des Täters in Kriminalfällen oder Vaterschaftstest, aber dennoch zweifeln immer noch Menschen die Evolutionstheorie an. Völlig unverständlich, wie nicht nur Sean B. Carroll, ein renommierter Forscher auf dem Gebiet der vergleichenden DNA-Forschung findet. Mittlerweile ist das Genom des Menschen und auch das vieler Tiere vollständig entschlüsselt und in unserer DNA häufen sich Beweise, die die Evolutionstheorie untermauern.

Sean B. Carroll nimmt den Leser auf unterhaltsame Art und Weise auf die Reise durch die Zeit und gibt einen faszinierenden Einblick in die Forschung der Entstehung und Entwicklung des Lebens. Was hat es sich mit unserer DNA auf sich, was sind Mutationen und wie beeinflussen sie die Entwicklung der Arten? Welche Rolle spielt die natürliche Selektion und welche Spuren hinterlässt sie im Genom? Zunächst erklärt er das Grundprinzip der Evolution, das Zusammenwirken der Faktoren Variation, Selektion und Zeit.

Schön und gut, wie aber kann anhand von Spuren in der DNA die Evolution belegt werden? Die Anzahl an Genen, die für die Entwicklung von Organen und Gliedmaßen benötigt wird und damit den Grundbauplan des Lebens darstellen ist vergleichsweise überschaubar. In unserer DNA finden sich aber keineswegs nur aktive Gene, auch unsterbliche, fossile Gene mit ehemals überlebenswichtigen Informationen sind nach wie vor enthalten. Wir tragen einen Teil der Geschichte der Evolution also unübersehbar in uns. Besonders interessant und überraschend ist auch die Erkenntnis, dass die Evolution sich wiederholt.

Dennoch wird die Evolutionstheorie besonders von den Kreationisten in den USA immer noch verleugnet. Noch immer befindet sich in manch einen Schulbuch hinweise darüber, dass die Evolutionstheorie als “Meinung” interpretiert werden sollte, als unbestätigte Theorie, der zwar mit Offenheit begegnet werden soll, die allerdings kritisch hinterfragt werden sollte. Carroll gibt den Leser schließlich zahlreiche aufschlussreiche und schlagkräftig wissenschaftlich untermauerte Argumente an die Hand, mit denen sich die Kritikpunkte der Kreationisten widerlegen lassen. Dennoch legt Carroll wert darauf, dass die Priorität doch darauf liegen sollte, die gesamte Kraft zur Erhaltung der vielfältigen Produkte der Evolution eingesetzt wird anstatt pseudowissenschaftliche Wortgefechte zu führen.

„Mittlerweile braut sich durch Überfischung, Umweltverschmutzung und den vom Menschen verursachten Klimawandel ein Unwetter zusammen, das ganze Ökosysteme ohne jede Chance auf Erholung auszulöschen droht”

“Die Darwin-DNA” ist auf jeden Fall ein ansprechendes, auch von Laien gut lesbares und verständliches Sachbuch. Ein faszinierender Einblick in die Erkenntnisse der Genforschung, den ich allen Interessierten nur empfehlen kann!

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